13.04.2021 OZ: Larrelter „Garten für alle“ könnte im Sommer eröffnen

 

Larrelter „Garten für alle“ könnte im Sommer eröffnen

Ostfriesen Zeitung vom 13.04.2021 Bild 1
Der Cassenspark neben der Villa (links) hat eine beachtliche Größe. Bild: Screenshot Google Maps

 

Von Mona Hanssen


Der Cassenspark im Emder Stadtteil Larrelt ist kaum wiederzuerkennen. Die Männer des Dorfvereins haben den Garten ehrenamtlich aus dem Dornröschenschlaf geweckt – und haben Großes damit vor.

Emden – Wo einst die Schiffsbauer-Familie Cassens lustwandelte, Feste unter freiem Himmel feierte, an den Rosen schnupperte und den Vögeln zuhörte, entsteht im Emder Stadtteil Larrelt weiterhin ein „Garten für alle“. Oder, wie Bernd-Thomas Martens sagt: kein englischer Garten, sondern eher ein „aufgeräumter Wald“. Er ist der Vorsitzende des Larrelter Dorfvereins, der den denkmalgeschützten Cassenspark von der Stadt gepachtet hat und die rund 10.000 Quadratmeter große Fläche seit Ende 2019 herrichtet. „Es ist ein Gemeinschaftsprojekt“, betont er. Menschen insbesondere aus Larrelt, aber auch dem Rest Emdens, würden die Mühen des Vereins finanziell, aber auch mit viel Zuspruch, unterstützen. Obwohl die Pandemie die Arbeiten verlangsamt und noch nicht absehbar ist, wann größere Menschenansammlungen möglich sind, hofft Martens, dass in diesem Jahr noch die ersten Aktivitäten stattfinden können.

Der Verein wünscht sich ein Einweihungsfest in dem Park. Unabhängig davon peilt Martens an, dass – nach Freigabe durch die Stadt – bald Spaziergänge möglich sein sollen. Bänke sollen aufgestellt werden, die zum Verweilen inmitten windschief gewachsener Bäume und Blumenbeete mit Rosen, Lavendel, einladen sollen. Auch wird der große Teich – das Herzstück des Parks – noch hergerichtet. Ebenfalls sollen demnächst zwei Boule-Bahnen entstehen. Insbesondere in Zeiten von Corona, in denen der Lokal- und Binnentourismus stetig wächst, viele mit dem Fahrrad unterwegs sind oder als Ausgleich zum Alltag spazieren gehen, könnte der Cassenspark ein Highlight werden. Er liegt auf einer schönen Strecke zwischen der Emder Innenstadt und beispielsweise dem Krummhörner Dorf Rysum. Im Dorf Larrelt gibt es außerdem weitere Sehenswürdigkeiten wie eine Mühle mit Café, die ebenfalls vom Dorfverein betreut wird, oder eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert.
Ostfriesen Zeitung vom 13.04.2021 Bild 2
Bernd-Thomas Martens steht in einem der Rosengänge neben dem Teich. Die Bäume im Park sind zum Teil schief und krumm gewachsen. Bilder: Hanssen
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In den Beeten sollen Rosen und Lavendel wachsen. Bänke sollen noch aufgestellt werden.

Schätze unter Gestrüpp und Erde

Die Parkanlage neben der Cassensvilla hatte mehr als 15 Jahre brachgelegen und war bis zur Unkenntlichkeit hauptsächlich mit Brombeer-Sträuchern zugewachsen. Es war fast wie eine archäologische Ausgrabung für die Männer des Dorfvereins. „Wir wussten teilweise gar nicht, was sich unter den Sträuchern und der Erde so verbirgt“, sagt Martens. Anhand alter Fotos von etwa 1915 konnte ungefähr gesagt werden, wo Wege langführten, sich Treppen befinden sollten und eine große Terrasse mit Blick auf den Teich sein sollte. Zunächst aber hatten die Männer über Monate die Brombeersträucher bekämpfen müssen, dann erst konnten Bodenarbeiten richtig starten.

Jetzt kommt noch ein Mammutprojekt auf die fleißigen Helfer zu: Das Wasser aus dem Teich, in dem sich jahrelang Blätter und anderes angesammelt hatte und der fast vollständig zugewachsen war, soll abgepumpt werden. Ist der Teich erst mal trockengelegt, soll der Schlamm rausgesaugt und wieder eine vernünftige Tiefe und Breite hergestellt werden. „Das wird das größte, teuerste und aufwendigste Projekt bislang“, sagt Martens. Ist das Becken wieder hergerichtet, sollen Teichrosen kommen – und ein ganz besonderes Geländer. Das stammt von der vor kurzem sanierten Japanbrücke unweit des Parks und hat entsprechend selbst historischen Wert, wie Martens betont. Auch an die Gräben, die sich durch den Park ziehen und von Brücken überspannt werden, müssen die Männer noch ran.
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Kleine Brücken überspannen im ganzen Park Gräben, in denen bald wieder Wasser fließen könnte. Der Teich im Hintergrund soll wieder hübsch gemacht werden.
Als Teil des Parks wird auch eine Streuobstwiese wieder belebt, die später von Besucherinnen und Besuchern mitgeerntet werden kann. Mitglieder des Dorfvereins haben auch einen kleinen Gemüsegarten wieder fit gemacht – dort wachsen schon unter anderem Kartoffeln und Möhren. Bienenvölker sollen in direkter Nähe einziehen. Die Fläche für eine Wildblumenwiese ist auch schon festgesteckt. Viele andere Blumen, die unter anderem von Kindern der Grundschule Larrelt gepflanzt wurden, blühen bereits. Die Arbeit des Vereins finanziert sich über Spenden.
Der Cassenspark neben der Villa (links) hat eine beachtliche Größe. Bild: Screenshot Google Maps
Bernd-Thomas Martens steht in einem der Rosengänge neben dem Teich. Die Bäume im Park sind zum Teil schief und krumm gewachsen. Bilder: Hanssen
In den Beeten sollen Rosen und Lavendel wachsen. Bänke sollen noch aufgestellt werden.
Kleine Brücken überspannen im ganzen Park Gräben, in denen bald wieder Wasser fließen könnte. Der Teich im Hintergrund soll wieder hübsch gemacht werden.