08.08.2019 EZ: Geld aus heiterem Himmel

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Dorfverein Larrelt erhält Spende

2500 Euro statt Bier: Mitglieder des Dorfvereins Larrelt bekamen den Krombacher- Scheck überreicht. EZ-Bild: Hasseler

Von Jens Tammen und Stephanie Schuurman

Emden. „Wir brauchen nichts!” Dieser Satz von Bernd-Thomas Martens kam eventuell ein bisschen vorschnell daher und stimmt so natürlich auch nicht. Der Larrelter Dorfverein, dem Martens seit Jahren vorsteht, braucht sehr wohl etwas, vor allem Geld. Denn an der alten Larrelter Mühle, die seit Jahrzehnten unter der Obhut des Vereins steht, ist immer etwas zu tun. Und die Theater-Gruppe, die vor allem für den Erhalt des Bauwerks aus dem Jahr 1732 spielt, kann für ihre Bühne auch immer ein paar Euro gut gebrauchen. Aber am Telefon ist das eben so eine Sache, wenn eine große Brauerei am anderen Ende der Leitung ist. Hatte jemand Bier bestellt? Ohne sein Wissen? Aber wer? Martens war skeptisch. Diesmal vielleicht ein wenig zu skeptisch.

Gestern Nachmittag hat sich der Vereinsvorsitzende für seinen Satz erst einmal ein bisschen entschuldigt. Denn der Anrufer wollte gar nichts verkaufen. Im Gegenteil: Frank Hempen von der Krombacher Brauerei wollte etwas verschenken. 2500 Euro für den Dorfverein. Einfach so. Da war dem Vereinsvorstand die kurzfristige Ablehnung im Nachhinein doch ein bisschen unangenehm.

Nach dem Anruf hatte Martens erst noch in den eigenen Reihen geforscht. Wer hat sich denn überhaupt bei der Krombacher Brauerei um eine Spende beworben? Der, der es wissen sollte, musste selbst erst einmal überlegen. War da nicht im vergangenen Jahr etwas? fragte sich Kassenwart Stefan Eggen. Er hatte zwar noch vage in Erinnerung, im vergangenen Jahr auf Facebook irgendetwas ausgefüllt zu haben, aber das war ja schon so lange her.

Umso größer war gestern die Freude, als Frank Hempen, der für die Krombacher Privatbrauerei die Gaststätten im Großraum Ostfriesland/Emsland betreut, mit dem übergroßen Scheck vor der Mühle Kost Winning vorfuhr. Die Spende stammt aus einem Topf, aus dem die Brauerei bis 2002 Weihnachtsgeschenke an ihre Geschäftspartner bezahlt hatte. Seit 2003 wird dieses Geld an karitative Einrichtungen, aber eben auch an Vereine verteilt, die sich gesellschaftlich einbringen. Wie der Larrelter Dorfverein. Rund 250 000 Euro stehen Jahr für Jahr zur Verfügung. Verteilt wird das Geld als Spende von jeweils 2500 Euro.

Offenbar hatte die „schnelle Bewerbung” des Kassenwarts in Kreuztal-Krombach, dem Sitz der Privatbrauerei, Aufmerksamkeit erregt. Der Chef selbst soll Jahr für Jahr persönlich die Auswahl vornehmen, heißt es. Warum ihn der Larrelter Dorfverein überzeugt hat, ist nicht überliefert. Am Ende waren es jedenfalls wieder 100 Empfänger, die sich über jeweils 2500 Euro freuen dürfen.

„Natürlich können wir das Geld gut gebrauchen”, sagte Bernd-Thomas Martens jetzt ohne jegliches Misstrauen. Er könne sich vorstellen, dass die großzügige Spende in einen neuen Boden im Mühlen-Café oder in den Theater-Boden investiert wird. Ideen gebe es genug, zumal der Dorfverein gerade mit Hilfe der Stadt einen größeren Dachschaden an der Mühlen-Kappe hinter sich gebracht hat (die Emder Zeitung berichtete).

Auch der Repräsentant der Krombacher-Brauerei zeigte sich vom Engagement des Dorfvereins, der ihn dann auch gleich mit einer größeren Delegation sowie mit Tee und Stuten begrüßt hatte, begeistert. „Es macht natürlich Spaß, ein bisschen Geld an solche Projekte zu verteilen”, sagte Frank Hempen. Und das mit dem Anruf hat er auch gar nicht falsch verstanden. Ist doch klar, dass die Leute zunächst skeptisch sind, wenn jemand Geld verteilen will.

 

Emder Zeitung vom Dienstag, 08. Audust 2019, Seite 4

 

 

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