25.05.2018 EZ: Dachschaden in Larrelt

Dachschaden in Larrelt

Reparaturkosten an der historischen Mühle werden auf bis zu 50.000 Euro geschätzt / Jetzt droht ein Provisorium

Von Jens Voitel s 0 49 21 / 89 00-412

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Hier fehlen nicht nur die Schindeln, sondern auch die von Vögeln geklauten Nägel: die kaputte Mühlenkappe.

Emden. Als im vergangenen Oktober die kräftigen Herbststürme an der Mühle „Kost Winning” in Larrelt rüttelten, da machten sich die Männer vom Dorfverein zunächst nicht allzu große Sorgen. Es war schließlich nicht der erste Sturm, der an dem zweistöckigen Galerieholländer aus dem Jahr 1732 zerrte. Dann aber wurden die ersten abgerissenen Holzdachschindeln gefunden, auf den Galerien, aber auch unten vor der Mühle.

Als anschließend alle Versuche scheiterten, die entstandenen Löcher an der Mühlenkappe zumindest notdürftig zu flicken, wurde das Desaster immer sichtbarer: Im Inneren der Mühle waren bereits zahlreiche feuchte Stellen an der Holzkonstruktion, aber auch am Mühlengetriebe selbst zu finden. Es dauerte nicht lange, da stießen die Mühlen-Freunde auch schon auf Schimmelpilze. Und jetzt haben die Larrelter ein Problem. Schlimmstenfalls ein ziemlich großes.

 

 

Versicherung zahlt voraussichtlich nur einen Bruchteil

 

„Die Fläche ist mit insgesamt 60 Quadratmetern zu groß, um hier mit Eigenmitteln etwas auszurichten”, sagt Bernd-Thomas Martens, Vorsitzendender des Larrelter Dorfvereins, der sich seit 1983 mit großem Engagement um den Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden Mühle kümmert. Außerdem sei es für die Ehrenamtlichen natürlich zu gefährlich, auf dem Dach in 20 Metern Höhe herumzuklettern.

Nachdem die Beschädigungen entdeckt worden waren, wurden sofort die Stadt und dort das für die städtische Mühle zuständige Gebäudemanagement eingeschaltet. Zusammen mit einem Versicherungsvertreter wurde der Schaden schnell vor Ort aufgenommen.

 

Reparatur erst im nächsten Jahr, sagt die Stadt

 

 

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Da haben sie den Schaden: Vereinsvorstand Bernd-Thomas Martens zeigt das defekte Dach der Larrelter Mühle.
EZ-Bild: Voitel (2)/privat

Der Schaden wird inzwischen auf 40 000 bis 50 000 Euro geschätzt. Die Versicherung wird sich daran allerdings nur mit einem sehr geringen Anteil beteiligen, hat Martens erfahren. Die kaputte Kappe wird zwar als Sturmschaden deklariert, gleichzeitig dabei aber auch verrechnet, dass das Dach bereits vorher in keinem guten Zustand war.

Wer auf das Dach der „Kost Winning” klettert, erkennt schnell das Problem: Die noch vorhandenen Schindeln sind in großer Zahl verzogen, auf den schindellosen Flächen ragen nur noch die Nägel heraus. An anderen Stellen wiederum fehlen selbst die Nägel, durch die zurückgebliebenen Löcher ist die Feuchtigkeit ins Innere gedrungen. Der Hintergrund: Metalldiebe. „Elstern schnappen sich die Nägel und fliegen damit davon. Zurück bleiben die Löcher”, sagt Martens.

Jetzt droht der Larrelter Mühle ein womöglich monatelanges Provisorium. Das Gebäudemanagement hat derzeit kein Geld für die Reparatur der Mühlenkappe und will das Dach vorerst mit einer Folie abdecken, die später aber nicht wieder abgerissen, sondern mit dem neuen Dach verbaut werden kann, sagt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Anfrage der Emder Zeitung und nach Rücksprache mit dem Chef des städtischen Gebäudemanagements, Albert Baumann.

Genau das hatten die Larrelter befürchtet. Eine Plane ist aus Sicht von Bernd-Thomas Martens nur ein unzureichendes Provisorium. „Wenn im Herbst wieder Stürme auftreten, weiß niemand, ob so eine Plane hält oder nicht noch mehr Schäden anrichtet.” Der Dorfverein wünscht sich natürlich eine schnelle und vor allem nachhaltigere Lösung. Die Ehrenamtlichen wollen auch wieder ihren Anteil leisten: „Wenn es etwas bringt, holen wir die alten Schindeln selbst vom Dach.” Nach seiner Einschätzung wäre eine Reparatur in diesem Sommer durchaus noch möglich, die mehrwöchigen Arbeiten noch vor dem Herbst zu schaffen. Das hätten ihm Mühlenexperten bestätigt. Und die Zeit drängt, sagt Martens. Die Feuchtigkeit kann die ganze Mühle beschädigen.

Aber es fehlt eben das Geld. „Unser Ziel ist es, die Mühlenkappe im nächsten Jahr wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen”, sagt der Stadtsprecher. Das Geld sei zwar noch nicht in den neuen Haushalt eingestellt worden, der ja auch erst verabschiedet werden muss. Aber allein die notwendigen Ausschreibungen würden dauern. Deshalb das Provisorium.

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Die Feuchtigkeit hat auch schon Teile des Mühlen-Getriebes erreicht: Aufnahme im Mühlenkopf.


Emder Zeitung vom Freitag, 25. Mai 2018, Seite 5

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